Künstlerische Leitung

Von 1982 – 2010 war Heribert Breuer Professor für Chorleitung und Musiktheorie an der Universität der Künste Berlin. Auch in der künstlerischen Praxis liegt seine Tätigkeit auf diesen beiden Schwerpunkten: als Gründer und Leiter der Berliner Bach Akademie und als Komponist und Bearbeiter von Werken Bachs, Mozarts und Komponisten der Romantik.

In beiden Bereichen wurde er schon früh ausgezeichnet: 1973 als Komponist mit dem Romstipendium Villa Massimo und 1976 als Chorleiter mit dem Bayerischen Staatspreis.


Chöre

Schon zu Beginn seiner Karriere gründete er als 22–jähriger den Lübecker Bachchor, wurde 1973 Leiter des Würzburger Bachchores und der Würzburger Bachtage und wechselte 1979 nach Aachen zum Bachverein. 1991 gründete er die Berliner Bach Akademie, um in Berlin ein Ensemble zur Verfügung aufzubauen, das seinen Klang – und Interpretationsvorstellungen entspricht.


Konzertreisen

Konzertreisen als Dirigent führten Heribert Breuer durch alle westeuropäischen Länder, USA und Lateinamerika. Sein besonderes Interesse gilt den spanisch-sprechenden Ländern, in denen er nicht nur konzertierte, sondern auch Kurse an Musikhochschulen in Spanien, Brasilien und Südamerika gab. Hervorzuheben sind die Einladungen als Gastdirigent und als Direktor der Berliner Bach Akademie nach Barcelona, Madrid und Lerida. In Madrid dirigierte er in Anwesenheit der Königin Sofia die Matthäuspassion in einer Kooperation zwischen der Berliner Bach Akademie und dem Coro de la Comunidad de Madrid. Nach der gemeinsamen Aufführung des Brahms – Requiems in der Berliner Philharmonie (18.11. 2007) folgten 2008 und 2009 weitere gemeinsame Projekte (Mozart Requiem, c-moll Messe).


Bearbeitungen

Als nachschöpferischer Bearbeiter profilierte sich Heribert Breuer mit einer immensen Zahl an Adaptionen für unterschiedliche Besetzungen. Die beiden bekanntesten sind Breuers Version von Bachs “Kunst der Fuge” für vier Quartette und Schuberts “Arpeggione-Sonate”, deren Klaviersatz er für Bläserquintett und Kontrabass bearbeitete.

An Brahms 125. Geburtstag wurde seine Version des Liederzyklus “Die schöne Magelone” für Bariton, Streichquintett, Holzbläserquintett und Sprecher im Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie uraufgeführt.

Breuers Versionen sind inspirierte, oft um weitere Stimmen ergänzte Anverwandlungen, die den Geist der Originalwerke getreu widerspiegeln. Die Deutsche Staatsoper Berlin nahm wiederholt seine Bearbeitungen ins Programm, Deutschlandradio Kultur und der SWR dokumentierten in Mitschnitten und Produktionen seine neue Sicht auf diese Werke. Viele seiner Bearbeitungen sind in der Edition Berliner Bach Akademie im Simrock-Verlag, bei Ries & Erler und Möseler erschienen.

Die Kunst der Transcription von Heribert Breuer

Auszeichnungen
1976 Bayerischer Staatspreis
1973/74 Villa Massimo – Stipendium in Rom
1986 Villa –Serpentara – Stipendium derBerliner Akademie der Künste

Sein künstlerisches Schaffen wurde durch Rundfunkmitschnitte und CD-Produktionen dokumentiert.

CD-Produktionen
J. S. Bach / H. Breuer
Die Kunst der Fuge

Bearbeitung für vier Quartette von Heribert Breuer
Solistengemeinschaft der Berliner Bach Akademie
erschienen bei ARTE NOVA

F. Schubert / H. Breuer
Arpeggione-Sonate
Bearbeitung für Violoncello solo, Bläserquintett und Kontrabass
David Geringas, Violoncello
Bläserquintett der Staatskapelle
Leitung: Heribert Breuer
erschienen 2003 bei Sony Classics

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Glory and Damnation
Versionen für 2 Klaviere
Bach – Buxtehude – Mozart – Brahms – Reger
Friedrich Thomas – Hansjacob Staemmler (Phoenix Edition 2008)

siehe auch: Die Kunst der Transcription